Partnerschaft für Demokratie

Greifswald gestern, heute, morgen

Greifswald gestern, heute, morgen

Speziell für die Arbeit hier im Stadtteil Schönwalde II würde ich mir für den Standort als Mehrgenerationenhaus wünschen, dass wir mit vielen anderen Vereinen und Trägern intensiv Hand in Hand arbeiten, dass der Stadtteil belebter wird, dass wir viele Aktionen machen. Es wird schon viel gemacht… Und natürlich, dass auch die Bevölkerung dabei ist, das ist so ein ganz großer Knackpunkt, dass die aus ihren Häusern rauskommen. Ich weiß, hier in der Umgebung wohnen ganz viele die zu Hause sind, die einsam sind, allein sind und eigentlich nicht mehr wissen, was sie tun sollen. Die rauszuholen aus ihrem Umfeld, um Teilhabe im Leben zu ermöglichen und in der Gesellschaft mitzumachen. Das wäre schön, wenn es eine gute Mischung wäre.

DemokraTisch im Mehrgenerationenhaus Aktion Sonnenschein in Schönwalde II

Ich würde mir wünschen, dass es in allen Stadtteilen Begegnungszentren gibt, wo man sich einfach treffen kann, die viele Gruppen einladen. Nicht nur: hier trifft sich die Jugend, hier die Punks, hier treffen sich die Etablierten und hier treffen sich die Studierten. Sondern, dass sich das einfach vermengt und man in Kontakt zu Leuten kommt, mit denen man normalerweise nicht so einen Kontakt hat, um sich kennenzulernen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen, um seine eigenen Grenzen kennenzulernen, um sich zu erweitern. Sowas fände ich schön.

Gibt es das schon irgendwo? Noch nicht so richtig.

Ich glaube, es ist auch schwer so was zu etablieren, weil man ja auch, wenn man so was organisiert, schaffen muss, so völlig unterschiedliche Gruppen zusammen zu bringen und das ist ja das Schwierige.


Also meine Utopie, bzw. mein Wunsch, und ich glaube auch, dass das irgendwann mal möglich ist, ist zu versuchen die Greifswalder Innenstadt ohne Autos zu haben. Meine Utopie ist , dass die Löfflerstraße, vor allem beim Domcenter, der Abschnitt der da flickenteppichmäßig immer mal wieder aufgefüllt wird, dass das so eine schöne glatte Straße ist und immer am Sonntag kommen die Leute aus den Häusern raus und stellen Klapptische da rauf und alle essenFrühstück nebeneinander. Die Kinder können da Inlineskaten die ganze Straße lang, Fahrrad fahren lernen …


DemokraTisch im Klex

Also ich wünsch mir , dass es ein Stadtfest gibt, wo vom Rathaus und von den verschiedenen Häusern, wenn es in der Innenstadt ist, große Banner von den Fenstern ausgerollt sind: „Die Erde ist nur ein Land und wir sind alle ihre Bürger“ Das wünsche ich mir so, dass es dort in Greifswald stattfindet.


Was mich stört? Kann ich sagen, das ist die Verurteilung, Man muss immer die ganze Geschichte erklären, warum bin ich hier, aus welchem Grund bin ich hier und bla bli bla und dann am Ende bekomme ich immer die selben komischen Fragen. Immer fühle ich mich so ein bisschen nicht gut leider. Aber trotzdem bleibt es hier sicher für mich, keine Raketen, keine politischen Sachen hier, es ist alles Freiheit, Demokratie ist – wow.


DemokraTisch beim Interkulturellen Café im St.Spiritus

Ich will gerne noch von meinem Klinsch mit Greifswald erzählen. Der fing schon früh an, aber deutlich wurde es in der Zeit der „pro Arndt“ Demos. Auf den Demos gab es ein Gitter, das die Demonstrant*innen voneinander trennen sollte. Es gab aber die Möglichkeit sich am Gitter zu treffen. So kam ich mit einem älteren Ehepaar von der „anderen Seite“ ins Gespräch. Der Vorwurf war ganz klar: „Ihr könnt nicht herkommen und uns was wegnehmen und nach 5 Jahren Studium wieder gehen.“ Zum Glück bin ich ostdeutsch sozialisiert und entsprach nicht dem gesamt NO GO: jung, studentisch, Wessi. Das ist mir schon zweimal so ähnlich passiert. Ab diesem Moment wollte ich aber weg. Warum will ich hier bleiben? I dunno … Auch bei anderen Begegnungen in den letzten Jahren, z.B. beim Trampen, die letzten Meter nach Greifswald, war immer die Arndt-Debatte Thema. Es scheint eine ganze Fangemeinde für ihn zu geben.