Partnerschaft für Demokratie

Veranstaltungsreihe ,,Naturschutz gegen Rechtsextremismus“

Im Winter und Frühjahr 2021 hat eine Gruppe von Menschen aus dem ehren- und hauptamtlichen Umweltschutz in Greifswald (eine Initiative im Kultur- und Initiativenhaus Greifswald StraZe), die Veranstaltungsreihe Naturschutz gegen Rechtsextremismus organisiert und durchgeführt. Aufgrund der Corona-Pandemie fanden alle 4 Veranstaltungen digital in Form von Online-Videokonferenzen statt. Trotz dieser schwierigen Ausgangslage trafen die Veranstaltungen auf eine breite Resonanz von insgesamt über 100 Teilnehmenden. 

Ziel der Veranstaltungsreihe war es, im Umwelt-und Naturschutz engagierte Menschen im Umgang mit rechtsextremen und antidemokratischen Positionen zu stärken, zu sensibilisieren und die kritische Auseinandersetzung mit der Thematik zu fördern, sowie praktische Handlungsoptionen zu trainieren. Die Veranstaltungen wurden gezielt über die Netzwerke von Naturschutzverbänden und anderen Umwelt- und Klimaschutzgruppen beworben. Zusätzlich wurden sie über die Website straze.de und soziale Medien (Facebook, Twitter) angekündigt.

Bei  den ersten beiden Veranstaltungen im Februar lag der Schwerpunkt auf rechten Strategien im gesellschaftlichen Diskurs um das Themenfeld Klimaschutz. Der Vortrag „Klimaleugnung, Klimaskepsis und die Rechte“ am 11. Februar 2021 von Yannick Passeick von der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN), bot einen Überblick über Begriffe, sprachliche Mittel und klimaskeptische Deutungsrahmen, die Netzwerke der rechten Klimawandelleugnung sowie neurechtes Ökologieverständnis.

Zur vertieften Auseinandersetzung mit Behauptungen von Klimaskeptiker*innen folgte am 26. Februar 2021 der Workshop „Klimaschutzkritik von rechts kontern“, durchgeführt von Trainer*innen der Gruppe GEGENARGUMENT. Die 16 Teilnehmenden, vorrangig junge Menschen, die zumeist auch am ersten Vortrag teilgenommen hatten, konnten auf das Wissen des Einführungsvortrags aufbauen und durch praktische Übungen Reaktionen und Argumentationen einüben. Der Fokus lag hier auf Auseinandersetzungen und Reaktionen im virtuellen Raum.

Unter dem Titel „Naturschutz und Rechtsextremismus“ fand am 4. März 2021 das zentrale Event, eine Podiumsdiskussion mit Kurzreferaten zum Einstieg, statt. Dabei konnten Andrea Röpke (Politologin und freie Journalistin, Vortrag: „Völkische Landnahme“), Nils Franke (Umwelt- und Naturschutzhistoriker, Vortrag zu: „Naturschutz gestern, Naturschutz heute – Wie weit wirken Nationalsozialismus nach und Rechtsextremismus ein?“) und Stefan Schwill (Landesvorsitzender des NABU Mecklenburg-Vorpommern) von ihren Erkenntnissen der Verflechtung von Umwelt- und Naturschutzbewegung und der Neuen Rechten sowie von Erfahrungen im Umgang mit Rechtsextremist*innen berichten. Zusätzlich wurden verschiedene Strategien und Handlungsansätze diskutiert.

Um den Input mit den eigenen Erfahrungen und Situationen zu verbinden und die praktische Auseinandersetzung zu vertiefen, organisierten wir am 15. April 2021 einen Workshop mit 20 Teilnehmenden unter dem Titel „Was tun? – Strategien im Umgang mit extrem rechten Positionen in Umwelt- und Naturschutzgruppen“, gemeinsam mit der RAA M-V (Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie). 
In interaktiven Austauschrunden und Kleingruppenarbeit ging es darum, menschenverachtende und antidemokratische Motive und Denkmuster zu erkennen und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit rechtsextremen Positionen innerhalb unserer Gruppen und gegen Unterwanderung von rechts zu erörtern. Die Referentinnen Maja Ulatowski und Kathleen Butz stellten außerdem ihre Arbeit bei der RAA vor und boten weitere Unterstützung für Betroffenen an.