Partnerschaft für Demokratie

Unteilbar in MV – Aufruf für eine offene und freie Gesellschaft

Das landesweite zivilgesellschaftliche Netzwerk #unteilbar MV veröffentlicht am 19.03.2021 über seine Homepage unteilbar-mv.org einen Aufruf für eine offene und freie Gesellschaft. Zu den Erstunterzeichnenden dieses Aufrufs gehören über 100 Organisationen, Initiativen, Vereine aus Mecklenburg-Vorpommern und über 50 Einzelpersonen, darunter auch die Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Greifswald.

Seit der Großdemonstration im Oktober 2018 in Berlin, zu der über 250.000 Menschen kamen, steht der Begriff „unteilbar“ für eine vielfältige und einander solidarisch verbundene Zivilgesellschaft. Hierbei haben sich Gruppen, Vereine und Einzelpersonen zusammengetan, um sich entschieden gegen jegliche Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit stark zu machen und sich für Menschenrechte, Klimaschutz und Solidarität lokal und global einzusetzen. Menschenrechte sind universell und gelten auch für Geflüchtete und Migranten. Im vergangenen halben Jahr formierte sich das Netzwerk auch in Mecklenburg-Vorpommern. „Seit November 2020 haben sich mehr als 100 Gruppen und Einzelpersonen gemeldet, die sich unter dem Hashtag ‚#unteilbar MV‘ in unserem Bundesland miteinander vernetzen wollen,“ erzählt Lars Schulz, Pastor der Nordkirche, und ergänzt: „Wir freuen uns sehr über die Vielfalt der beteiligten Akteure“. 

Thomas Schmidt aus Greifswald fasst seine Motivation, sich im Netzwerk zu engagieren, so zusammen: „2021 finden sechs Landtagswahlen und die Bundestagswahl statt. Ausgrenzung, Missachtung von Menschenrechten und Rassismus werden besonders in Wahljahren öffentlich sichtbar. Je weniger Widerspruch es gibt, desto stärker verändert dies die gesellschaftliche Atmosphäre. Dem möchten wir ein Modell der aktiven gesellschaftlichen Teilhabe aller hier lebenden Menschen entgegensetzen. Ich möchte die demokratische Kultur in unserem Land stärken und gemeinsam mit anderen weiterentwickeln, darum ist mir dieses Netzwerk so wichtig.“ 

Klimagruppen, Vereine und Initiativen, Kultur- und Bildungseinrichtungen, kirchliche Gruppen und Einzelpersonen: sie alle haben als Erstunterzeichnende ein gemeinsames Selbstverständnis veröffentlicht, mit dem sie #unteilbar MV repräsentieren. „Durch Corona sind wir Videokonferenzen ja mittlerweile gewohnt“, sagt Tobias Packhäuser, sagt Tobias Packhäuser, der für die ver.di Jugend, die ebenso wie der ver.di Landesbezirk Nord und der DGB Bezirk Nord, im Netzwerk aktiv ist und erklärt, wie man sich bisher ausgetauscht hat: „In vier landesweiten Videokonferenzen kamen die Gruppen zusammen, neben wöchentlichen Absprachen in einem kleineren Organisationskreis.“

Veit Dumke vom Kreisjugendring Mecklenburgische Seenplatte e.V. erwähnt die vielen jungen Mitstreiter*innen der BUND Jugend MV sowie anderen Klimabündnissen wie beispielsweise aus der Bewegung „Fridays for Future“ im Netzwerk #unteilbar MV, „die sich für eine bessere globale und klimagerechte Politik einsetzen und somit die Umwelt und Natur auch noch für zukünftige Generationen erhalten wollen und einen nachhaltigen Konsum aller Menschen fordern.“ 

Kati Mattutat vom Koeppenhaus in Greifswald ist die Vernetzung im ländlichen Raum, von Stadt und Land ein großes Anliegen. „Wir freuen uns, dass der Fonds Soziokultur den Netzwerkaufbau und verschiedene Veranstaltungen im strukturschwachen Flächenland M-V auch finanziell fördert. Uns Kulturvermittlern bei #unteilbar MV liegt die Zusammenarbeit mit den Künstlerinnen und Künstlern sehr am Herzen.“, meint Mattutat, „bei Kulturveranstaltungen erlebt das Publikum etwas in Gemeinschaft, lernt Unbekanntes kennen, überschreitet Denkgrenzen und tauscht sich darüber aus, dadurch wird doch so etwas Abstraktes wie eine Zivilgesellschaft erst erlebbar. Ich glaube, besonders in der Corona-Pandemie fehlt dieser direkte Austausch uns allen sehr.“ 

Ganz konkret plant das Netzwerk #unteilbar MV Veranstaltungen von Mai bis September im ganzen Land, die von den Gruppen vor Ort organisiert und durchgeführt werden, um die große Vielfalt der Beteiligten zu zeigen. Außerdem startet am 27. August in Greifswald eine vom Koeppenhaus organisierte 14-tägige Bustour mit Autoren und Autorinnen sowie Künstlerinnen und Künstlern durch unser Bundesland. Gemeinsam laden dann alle Netzwerkmitglieder zu einer zentralen Abschlussdemo am Samstag, dem 18. September, nach Rostock ein, um zu zeigen: „Es eint uns mehr, als uns trennt! Wir sind #unteilbar in Mecklenburg-Vorpommern“. Deshalb hat sich das Netzwerk #unteilbar MV auch vorgenommen, über das Jahr 2021 hinaus aktiv zu bleiben, um Stadt und Land besser zu vernetzen. „Gemeinsam für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Teilhabe einzutreten, ist größer als eine politische Kampagne; es ist eine dauerhafte Herausforderung für unsere Gesellschaft. Wir im Unteilbar-Netzwerk setzen uns dafür ein, dass die entstandenen Unterstützungsstrukturen weiter ausgebaut werden. Denn Heimat ist nicht nur ein Gefühl aus der Vergangenheit, sondern vor allem das, was wir in unserem Lebensumfeld gemeinsam für die Zukunft gestalten. Und zur Heimat gehören alle, die da sind“, sagt Anna-Konstanze Schröder, Geschäftsführerin im Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Über weitere Beteiligung freut sich das Netzwerk jederzeit. Kontaktmöglichkeiten sind auf der Webseite unteilbar-mv.org zu finden.

Weitere Informationen und das Selbstverständnis in ganzer Länge und mehreren Sprachen: www.unteilbar-mv.org

Pressekontakt zu Unteilbar MV E-Mail: presse@unteilbar-mv.org 

#unteilbar MV ist auch zu finden auf facebook/twitter/instagram #unteilbarmv